Häufig gestellte Fragen  zurück

 


Anmerkung: Die in dem HGF Abschnitt vertretenen Meinungen sind – wie die in anderen Teilen dieser Website – die von Benoît Junod und geben nicht notwendigerweise die von FISAE wieder.


Ist ein Bücherzeichen dasselbe wie ein Exlibris?

Schreibt man Ex libris, Exlibris, oder Exlibris?


Sind Exlibris teuer?


Sind sie schwer zu finden?

Gibt es viele Bücher über Exlibris?

Was soll ich sammeln?

Was sind Pseudo-Exlibris und was sind Dedikationsexlibris?

Wie soll ich meine Sammlung aufbewahren?

Kann ich jeder Gesellschaft beitreten oder nur der in meinem Land?

Warum sollte ich einer (oder mehreren) Gesellschaft(en) beitreten?

Soll ich ein Exlibris in Auftrag geben?

Welchen Künstler soll ich wählen? Wie teuer wird es sein?

Wie unterscheiden sich Tagungen einer Gesellschaft von den FISAE Kongressen?

Wann kann ich mich zum nächsten Kongress anmelden?





 

Sind ein Bücherzeichen und ein Exlibris dasselbe?

Im allgemeinen sind beide Wörter austauschbar. „Exlibris“ kommt von den lateinischen Wörtern „ex libris”, welche „aus den Büchern von…” heißen und denen normalerweise ein Personenname oder der einer Institution folgt. Einige Puristen werden argumentieren, dass das Wort Exlibris das Gebiet der „Buchschildchen“ nicht umfasst, d.h. typographischen Exlibris, gelegentlich durch eine Linie oder eine Blumenumrandung abgegrenzt, aber das Argument ist schwach. Andere sagen, dass gestempelte und handgeschriebene Exlibris keine seien, was – streng genommen – richtig ist; aber der Sprachgebrauch heute ist so locker, dass solche Unterscheidungen eher künstlich sind.

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Schreibt man Ex libris, Ex-libris, oder Exlibris?

Wie bereits oben gesagt, ist die Inschrift, die man normalerweise auf einem Bücherzeichen findet “ex libris” – zwei lateinische Wörter, die "aus den Büchern von..." heißen. Eine immer größere Zahl von Leuten schreiben “Exlibris” (in einem Wort), beeinflusst vom Deutschen; die Franzosen allerdings schreiben wie im Englischen
"ex-libris“

Heute werden Exlibrissammler oder -autoren oft als Exlibristen bezeichnet… Das Wort findet sich nicht im Wörterbuch, aber da moderne Sprachen sich verändern und nur die Franzosen eine regulierende Institution wie die Académie Française haben, gehen wir ganz zufrieden mit dem Begriff um!

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Sind Exlibris teuer?

Sammler pflegen Anfängern immer zu erzählen, dass die Preise einmal vernünftig waren – aber heute unmöglich geworden seien! Das ist Unsinn. Gute, gesuchte Exlibris sind nie billig gewesen und sind es auch heute nicht. Unbedeutende, künstlerisch uninteressante Blätter waren nie teuer und werden es wahrscheinlich auch niemals sein. Die Preise für Exlibris haben sich langsam und kontinuierlich nach oben entwickelt, aber es ist immer noch eine Art des Sammelns, das keine bedeutenden finanziellen Mittel erfordert.

Welche Faktoren tragen zum Preis eines Exlibris bei? Es sind in der Regel allgemeine Faktoren, die den Wer von Kunst generell und den von Druckgrafik im besonderen beeinflussen. Diese umfassen Seltenheit, Erhaltungszustand, technische Qualität, historisches Interesse (des Eigners und de Künstlers), ästhetische und künstlerische Interessen, Bedeutung im künstlerischen Oeuvre, etc. Auch Moden spielen eine Rolle. Es lohnt nicht davon zu träumen, ein Exlibris, das man besitzt, habe einen gigantischen Wert, wenn niemand bereit ist, den Preis dafür zu zahlen. D.h. ein Exlibris – wie jedes andere Objekt – hat einen Marktwert; aber es gibt keinen festen Katalogwert wie bei Briefmarken, Münzen oder anderen Sammelobjekten. Oft bezahlen die Sammler von Ephemeren mehr für ein Exlibris als ein Exlibris Sammler, weil der Umfang ihrer Interessen breiter und die davon betroffenen Finanzen substanzieller sind.

Offensichtlich kann der Preis für ein Exlibris innerhalb einer Sammlung oder individuell enorm unterschiedlich sein. Allgemein lässt sich sagen, dass bildliche Jugendstilexlibris (ca. 1890-1930) höher bewertet werden als frühere heraldische, außer den frühesten und denen von bedeutenden Künstlern. Während der Epoche der Moderne wurden die Exlibris von Spitzenkünstlern oft in limitierten Auflagen signiert herausgegeben; Probedruck und Raritäten bringen Preise von 200 oder 300 € (für einen Klinger z.B.), während normale unsignierte und unnummerierte Drucke von weniger bedeutenden Künstlern 5 – 10 € bringen mögen. Einen besseren Kauf als einzelne Blätter stellen gewöhnlich Konvolute dar – ein schnellerer Weg, eine Sammlung aufzubauen, allerdings enthalten sie fast immer eine Menge uninteressantes material, das man nachher durch Verkauf oder Tausch wieder loswerden muss.

Aber das ist alles Theorie; schauen wir die Realität an: Im Frühjahr 2005 verkauften zwei Auktionshäuser, die sich nicht besonders auf Exlibris spezialisiert haben, interessante Sammlungen. Eine war die John Simpson Sammlung, die bei Bonhams in London verkauft wurde, die andere eine Reihe von 200 Konvoluten von meist deutschen Exlibris aus der Periode von 1900-1930 bei Schneider-Henn in München.

Der höchste Preis, den ein einzelnes Exlibris bei Bonhams erzielte waren £ 660 für ein kleines Porträt-Blatt, das der berühmte Samuel Pepys verwendete. Einige sehr seltene heraldische Blätter brachten höchstens ein Drittel dieses Preises. Ein Konvolut von 170 bildlichen Blättern, Schätzpreis £ 200-£ 400, welches ein seltenes Exlibris enthielt, das William Blake fertigte, brachte die ungeheure Summe von £ 8.640 – aber es wurde höchstwahrscheinlich eher von einem Blake-Sammler als von einem Exlibrisenthusiasten gekauft. Der Preis von £ 1.569 für 22 Jugendstilblätter (Schätzwert £ 400-£ 600) zeigt, dass kunstvolle Blätter des frühen 20. Jahrhunderts stark nachgefragt sind, sowohl von Ephemerensammlern als auch von Exlibrissammlern. Auf der Auktion bei Schneider-Henn gab es eine Bestätigung „sicherer Werte“ Blätter hochgeschätzter Künstler erreichten fast immer den Schätzpreis, mit 240 € für das seltene Exlibris von Diego Rivera (Schätzwert 100 €); eine fabelhafte Sammlung von 227 Buchzeichen von Emil Orlik, die seltene Probedrucke und meist signierte Blätter beinhaltete, Schätzwert 2.500 € brachte über 4.000 €. Allerdings wurden drei große von Exlibris der 1920er Jahre (1.700, 1.050 and 2.600 Teile), meist Originalgraphik, viele signiert, für Durchschnittspreise von 2,95 €, 3,60 € und 1,00 € pro Stück verkauft – was belegt, dass es wichtig ist, das Auktionshaus zu besuchen und den Inhalt der Konvolute sorgfältig zu prüfen.

Falls Sie jedoch einmal ein Antiquariat betreten und der Verkäufer sagt statt des üblichen: „Exlibris? Nein, hatten wir schon seit Jahren keine mehr”, dass er einen Schuhkarton voll habe und ob Sie vielleicht das ganze Konvolut kaufen möchten, dann könnte es sein, dass Sie pro Stück einen Euro bezahlen – und Schätze entdecken.

Wenden wir uns dem heute am häufigsten gesammelten Typ von Exlibris zu, zeitgenössischen Blättern, die von Künstlern in signierten und limitierten Auflagen gefertigt werden, wobei die Situation kaum anders als oben beschrieben ist. Exlibris von gesuchten Künstlern (wenn man einen der wenigen Probedrucke kauft, die der Künstler über die Edition hinaus, die er dem Auftraggeber überlässt, drucken und behalten kann) können bis zu 20 – 50 € kosten. Das ist der Grund, warum zeitgenössische Exlibris Sammler Exlibris in Auftrag geben und sie tauschen, da eine Auflage von 50 oder 100 weniger kostet als die Summe der einzelnen Drucke.

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Ist es schwer, Exlibris zu finden?

Exlibris-Quellen für Sammlungen gibt es nicht so allgemein wie Philatelistenläden oder Münzenhändler. Viele Antiquare in Europa haben allerdings einige Exlibris zum Verkauf und es gibt einige wenige Verkäufer, die sich auf diesem Gebiet spezialisiert haben (sehen Sie in dieser Website unter Nicht-FISAE-Mitglieder, etc. und unter Links). Einige Sammlervereinigungen (etwa der Schweizerische Ex Libris Club) kaufen regelmäßig Sammlungen auf und bieten ihren Mitgliedern Blätter zu attraktiven Preisen an. Dann gibt es natürlich den Tauschweg, besonders für zeitgenössische Exlibris. Man wird einige Sammler großzügiger als andere finden, aber fast jeder glaubt, dass er Schätze im Tausch gegen Dreck abgibt. Einige Sammler tauschen nur Exlibris eines bestimmten Künstlers gegen Blätter desselben oder eine Technik gegen dieselbe. Solche Einstellungen führen nicht zu guten Beziehungen unter Sammlern – und das Sammeln von Exlibris – wie bei jedem anderen Hobby – sollte eine Quelle des Spaßes und Vergnügens sein und die Grundlage von Freundschaften und geteilten Erfahrungen; es ist daher ratsam, nicht auf der absoluten Gleichheit des Tauschs zu bestehen. Wenn man eine schlechte Erfahrung macht (und das ergeht allen Sammlern so) – dann sollte man einfach mit dieser Person nicht mehr tauschen!

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Gibt es viele Bücher über Exlibris?

Die Exlibris-Bibliographie ist gewaltig und wächst jeden Tag weiter. Jeder Sammler benötigt Referenzmaterial für sein Sammelgebiet und deshalb ist, was von Interesse für eine Person ist, möglicherweise für einen anderen wertlos.

Sammler alter Exlibris (vor 1880 etwa) finden eine Reihe von Büchern zu den Exlibris in verschiedenen Ländern. In einigen Fällen bringen sie eine Auswahl der schönsten und repräsentativsten Blätter durch die Jahrhunderte (wie es Brian North Lee in British Bookplates  für Gro0britannien tut) oder sie haben die Form eines Registers, das versucht, alle Exlibris des Landes zu verzeichnen (wie z.B. Warnaeckes Die Deutschen Bucheignerzeichen für Deutschland oder Agnes Wegmanns zweibändiges Die Schweizerischen Exlibris bis zu 1900 für die Schweiz). Publikationen der frühen Exlibris Gesellschaften in der Zeit von 1880-1910 sind ebenfalls eine exzellente Informationsquelle.

Für moderne Buchzeichen (im Gegensatz zu den zeitgenössischen) gibt es einige Schlüsselwerke wie das siebenbändige Verzeichnis von Künstlermonogrammen, herausgegeben von Klaus Witte sowie eine Vielzahl an Monographien und Büchern über bedeutende Exlibriskünstler (sowohl solche, die im Rahmen ihres Werks Exlibris schufen, als auch solche, die eine große Zahl von Exlibris fertigten und sonst manchmal nichts weiter). Vom Gutenbergmuseum gibt es einen dreibändigen Katalog moderner Exlibris mit einem Eignerverzeichnis, der bei der Identifizierung von Künstlern und einzelnen Blättern hilft (Elke Schutt-Kehm (Hsg): Exlibris-Katalog des Gutenberg.Museums, Verlag Claus Wittal Wiesbaden).

Die meisten Veröffentlichungen zum zeitgenössischen Exlibris sind meist Bildbände mit wenig oder keinem Text. Es handelt sich meist um Wettbewerbskataloge oder um Studien zu Exlibriskünstlern eines Landes oder einer Region oder um individuelle Monographien. Für einen Sammler heutiger Exlibris ist es eine wichtige Aufgabe, möglichst viele Kataloge oder Ausstellungen anzuschauen, da dies für sie oder ihn der beste Weg ist, einen Sinn für das zu entwickeln, was gemacht wird, und den eigenen Geschmack zu verfeinern. Kataloge und Publikationen kann man gewöhnlich leicht durch die Mitgliedgesellschaften der FISAE beziehen, aber man kann sie manchmal auch bei Buchhändlern kaufen oder indem man die Sites von Abebooks oder Amazon.com durchforstet.

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Was sollte ich sammeln?

Gedruckte Exlibris sind eines der breitesten Sammelgebiete, die man sich vorstellen kann. Sie existieren seit fünfeinhalb Jahrhunderten, und obwohl sie in den ersten dreien thematisch meist heraldisch waren, wurden ihre Motive universeller, als Bücher und Bibliotheken sich breiteren Bevölkerungsschichten öffneten. Es gab einige Sammler, die beschlossen, alles zu sammeln, was ihnen gefiel und die darauf abzielten, eine panoramaartige Sammlung aufzubauen, die ihren Begriff von der Evolution der Stile und des Geschmacks durch die Jahrhunderte spiegelt.

Heute findet man Sammler, die entweder nach Themen sammeln (Eulen, Vögel, Ex musicis, erotische Blätter, Buchmotive, das Vanitas-Thema – der Tod und das Mädchen, Heraldica, Insekten, Wein, mythologische Themen, Schach, Don Quijote, Berühmtheiten, Aktexlibris, etc., etc., etc.), oder nach Ländern oder Regionen, nach Perioden (früh, modern, zeitgenössisch), nach Stil (frühe Heraldik, Rokoko, Jugendstil modernistisch, abstrakt, etc.), nach Künstler (nur bestimmte nur bestimmte Künstler), nach Technik (Tiefdrucke, Hoch- oder Tiefdruckstiche).

Was Techniken angeht, besteht manchmal die dumme Vorstellung, dass ein Tiefdruckstich (und Metallstiche überhaupt) wertvoller sei als ein Holzschnitt oder Hochdruckstich und dass diese Techniken wiederum höher eingeschätzt werden sollten als Siebdruck oder Flachdrucktechniken – nicht zu sprechen von industriell gefertigten Blättern (Buchdruck oder Offsetverfahren z.B.), die als „billig“ eingeschätzt werden. Jeder Sammler hat sein unterschiedliches Wertsystem für das, was er sammelt; wichtig ist, dass man die je persönliche Wahl toleriert.

Diese Wahlfreiheit ist einer der großen Vorzüge von Exlibris, obwohl man sagen muss, dass eine Einschränkung besteht: was man sammelt, müssen Exlibris sein. Im Lauf der Jahre gab es verschiedene Gesellschaften – und manch einen Sammler – mit breiter gestreuten Interessen: Exlibris und Ephemeren, Exlibris und Bücher, Exlibris und Kleingraphik. Ein Exlibris bleibt ein kleinformatiger Druck, der gemacht wird, um in Bücher geklebt zu werden und den Eigner zu bezeichnen. Jedes Wort dieser Definition zählt...

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Was sind Pseudo-Exlibris und was Dedikations-Exlibris?

Seit nahezu einem Jahrhundert gibt es unter Sammlern die Diskussion über den Gegenstand ihrer Sammlung. Einige sind der Meinung, dass ein Exlibris nur ein Exlibris ist, wenn es in ein Buch geklebt war (und später herausgenommen wurde) oder eingeklebt werden sollte und irgendwie übrig blieb. Anderen genügt es, wenn es als Exlibris konzipiert war, selbst wenn es nie einem Buch nahe kam... Wieder andere glauben, dass, wenn einige Drucke in ein Buch geklebt wurden, dies genüge, es als Exlibris zu qualifizieren. Es ist allgemeiner Konsens, dass zeitgenössische Exlibris die Worte “Ex libris” enthalten müssen (oder ein Äquivalent wie “Aus den Büchern von…” oder “Aus der Bibliothek von…“), denen der Name einer lebenden Person oder einer Institution oder wenigstens deren Initialen folgen. Der Eigner muss es in ein Buch einkleben können (es darf also nicht 3 x 2 m groß sein oder auf einem so dicken Papier, dass der Einband bricht).

Exlibris, die diesen Grundregeln nicht entsprechen, werden „Pseudo-Exlibris“ genannt und von den meisten ernsthaften Sammlern abgelehnt. ‘ex libris Lago Maggiore' ist also ebenso ein Pseudo-Exlibris wie ‘ex libris W. A. Mozart', oder ‘Exlibris Frieden'. Wenn ein Blatt allerdings eine doppelte Inschrift aufweist wie ‘ex libris Carlo Carlotti’ und ‘Lago Maggiore', dann ist es akzeptabel.

Ein anderer Problemfall sind die sogenannten Widmungs- oder Dedikationsblätter. Exlibris, die berühmten Personen gehörten, sind begehrte Sammelobjekte. Obwohl viele von ihnen absolut genuin sind und von ihren Eignern benutzt wurden (Königin Elizabeth II, Charlie Chaplin, Roger Peyrefitte, Maxim Gorki oder Albert Einstein), haben eine Reihe von Künstlern die Initiative ergriffen und ein Buchzeichen für eine Berühmtheit gefertigt, ohne dafür beauftragt worden zu sein. Manche gehen noch weiter; sie drucken eine Auflage Exlibris und schicken sie dann der betroffenen Person mit einem Begleitschreiben, das sie als Geschenk ausweist. Unglücklicherweise landet die große Mehrheit solcher Blätter im Papierkorb und werden nie in Bücher geklebt; sie sind bestenfalls „Widmungsblätter“ und erregen wie die Pseudo-Exlibris den Unwillen der ernsthaften Sammler, da sie einen Auftrag und eine Beziehung zwischen Künstler und „Eigner“ implizieren, die nie existierten.

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Wie soll ich meine Exlibris Sammlung aufbewahren?

Sie haben einen entscheidenden Schritt getan und haben einige Exlibris erstanden. Glückwunsch! Wenn Sie verheiratet sind kann man hoffen, dass Ihre Frau Ihre Sammelentscheidung billigt und Ihre Leidenschaft mit Ihnen teilen wird – sonst müssten Sie eventuell das tun, was der berühmte britische Sammler Crouch (dessen Sammlung jetzt bei der Gesellschaft der Antiquare Londons liegt) in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts tat. Wenn er von der Arbeit nach Hause kam, verbarg er alle Exlibris, die er gekauft hatte, in der Hecke vor seinem Haus, um sie erst dann hereinzuholen, wenn seine Frau fest schlief...

Also. Sie nehmen Ihre Schätze heraus, legen sie auf den Tisch, breiten sie aus und fragen sich, worin Sie sie aufbewahren werden. Erinnern wir uns an einige Grundbedingungen für die Aufbewahrung von Drucken, Büchern und Papiersachen im allgemeinen:

  • Idealerweise sollten Exlibris (wie alle Druckwerke auf Papier) im Dunkeln gehalten werden und nie Lichtquellen von mehr als 50 Lux ausgesetzt werden. Die ist eine ziemlich stringente Regel, die vom Internationalen Rat der Museen (International Council of Museums - ICOM) empfohlen wird – aber es ist realistisch, wenn man nicht möchte, dass sich seine Schätze innerhalb weniger Jahre verfärben und verblassen, sie NICHT zu rahmen und an eine direkt von der Sonne beschienene Wand zu hängen. Wenn Sie wirklich der Versuchung nicht widerstehen können, einige zu rahmen, benutzen Sie UV-filterndes Glas, stellen Sie sicher, dass ein Passepartout verhindert, dass das Glas die Oberfläche des Abzugs berührt und wählen Sie einen schattigen Ort, um Sie aufzuhängen. Benutzen Sie einen Wechselrahmen, so dass Sie Die Blätter von Zeit zu Zeit austauschen können: Drucke mögen es nicht, wenn sie zu lange „luftleer“ gehalten werden; stellen Sie ein Exlibris für kurze Zeit aus, wird es das nicht übel nehmen.
  • Luftfreie Bedingungen? Vermeiden Sie Plastikhüllen wie die Pest!!! Wenn Sie einige Blätter für ein paar Tage irgendwohin mitnehmen müssen, werden sie natürlich in Plastikhüllen keinen Schaden nehmen, aber unter sauerstoffarmen Bedingungen (und Plastik im Kontakt mit Papier) werden im Lauf der Zeit Pilz und Schimmel eingeladen …, jene schrecklichen braunen und schwarzen Flecken, die man auf alten Drucken findet und die man Stockflecken nennt. Wenn Sie aus irgendeinem Grund keine Alternative zu Plastikhüllen finden, dann lüften Sie die Blätter regelmäßig. Sie beobachten, dass Exlibrisverkäufer sie auch benutzen… Ja; aber deren Kunden gehen sie die ganze Zeit durch und lüften sie so (zumindest hofft man das!)
  • Papier liebt vor allem vernünftige Temperaturen und Feuchtigkeit (etwa 20-22° C. und etwa 55% Luftfeuchtigkeit), und mehr als alles andere STABILITÄT. Vermeiden Sie die Außenwände Ihres Hauses oder Ihrer Wohnung, da die am meisten Temperaturschwankungen und Kondensierung unterworfen sind. Vermeiden Sie feuchte Keller oder Speicher, die im Sommer zu Brennöfen werden...
  • Papier mag keine Säure. Wenn Sie beschließen, Ihre Drucke in Schachteln zu halten und sie auf ein Blatt Karton zu montieren, stellen Sie sicher, dass alle Materialien, die mit dem Druck in Berührung kommen, Ph-neutral sind. Die meisten industriell hergestellten, von Briefmarkenhändlern angebotenen Bögen sind – was das Papier angeht – Ph-neutral, aber nicht das Cellophan. Kontakt mit säurehaltigem Papier wird innerhalb von fünf Jahren noch keine Verfallserscheinungen mit sich bringen, aber nach 30 Jahren wird man deutliche Schäden sehen... Und denken Sie an die Zukunft! Und wenn Sie beschließen, die Exlibris auf Karton zu montieren, stellen Sie sicher, dass Sie qualitätsvolles Archivierungsband wie Filmoplast P-60 benutzen oder Ph-neutrale Briefmarkenfalze.
  • Wenn Sie Ihre Montierkartons und Aufbewahrungsschachteln wählen, ist es gut sich an das Format Din A4 zu halten Größere Formate sind unhandlich und bei kleineren Blättern unökonomisch, kleiner ist ein Problem, weil zu viele Blätter zu groß sind. Es ist gut, eine Schachtel zu haben, in die man die größeren Blätter gibt. Wenn Sie die Wahl haben, nehmen Sie Schachteln mit einem Loch am Rücken; das lässt Ventilation zu.
  • Der Vorteil beim Montieren der Blätter ist, dass man auf der Auflage all die Anmerkungen machen kann (vorzugsweise mit Bleistift), die man aufschreiben möchte. Eigner, Künstler, ihre Nationalitäten, Lebensdaten, Größe und Technik des Blattes, wann man ihn erhielt, woher und zu welchem Preis... und alle anderen Aspekte, die man wichtig findet. Alternativ könnte man diese Daten auch in einer Datenbank sammeln und nur mit Bleistift eine Bezugsnummer auf dem Rücken des Blattes notieren. Statt die Blätter zu montieren, geht der gegenwärtige Trend dahin, sie lose in einem dünnen Ph-neutralen Papierordner aus einem gefalteten Din A3 Blatt aufzubewahren.
  • Methoden der Anordnung. Die meisten erfahrenen Sammler stellen ihre „alten“ Exlibris alphabetisch nach Eignern zusammen, mit einem Querbezug zum Künstler. Das hängt damit zusammen, dass vor dem späten 19. Jahrhundert der Künstler, der das Exlibris machte, oft nicht bekannt ist. Den Eigner kennt man meist durch die Inschrift, dort, wo diese fehlt, durch das Wappen. Bei „modernen“ und „zeitgenössischen“ Blättern geschieht die Anordnung meist nach Künstlern, wobei die Reihenfolge alphabetisch nach Eignern geschieht. Unterabteilungen nach Ländern oder nach Thema oder Stil werden gelegentlich versucht, bleiben aber unbefriedigend. Wenn die Sammlung thematisch aufgebaut ist, wird die Unterscheidung ‘alt nach Eigner /modern nach Künstler’ meist beibehalten.
  • Der Zustand, in dem sich Exlibris befinden, variiert stark. Man kann jedoch nicht wie bei Briefmarken sagen, dass ein makelloser Zustand die Norm ist und ein schmutziges Blatt nur den halben Wert hat. Ein Riss, Klebereste, Wasserflecken, dünne Stellen wegen zu schnellem Abmontieren kommen häufig vor. Wenn man alte Montierungsreste oder Flecken entfernen will, kann man – wenn das Blatt nicht zu dünn und beschädigt ist – es eine Stunde in destilliertes Wasser legen, es dann zwischen zwei Blättern Löschpapier trocknen und pressen. Wenn es trocken ist, kann man dünne Stellen verstärken und Risse mit Archivklebeband reparieren. Dieser Vorgang wird viele Mängel verbessern, wenn allerdings der Schaden größer ist ziehen Sie die Hilfe eines Spezialisten für die Papierrestaurierung hinzu.

 

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Warum sollte ich einer Gesellschaft (oder mehreren) beitreten?

Mein Vorschlag ist, dass Sie zunächst einmal sorgfältig prüfen, welches Interesse Sie an Exlibris haben und welche genau Sie sammeln. Wenn Sie überhaupt an älteren oder modernen Exlibris interessiert sind, dann wollen Sie wahrscheinlich die ihres Landes sammeln und ein erster Schritt könnte es sein, Mitglied in Ihrer ‚nationalen’ Gesellschaft zu werden. Wenn Sie als Amerikaner und amerikanische Exlibris sammeln wollen, treten sie der American Society of Bookplate Collectors and Designers bei. Wenn Sie deutsch sind, werden Sie Mitglied bei der Deutschen Exlibris Gesellschaft. Wenn Sie einmal beigetreten sind, werden Sie Mitglieder treffen, die ihre speziellen Intereressen teilen und vielleicht viele, die das nicht tun. Die Welt der Exlibris ist sehr eklektisch.

Die meisten Gesellschaften organisieren Vorträge, Tagungen und Tauschveranstaltungen, so dass Sie als Mitglied Ihrer Gesellschaft Gelegenheit haben, andere Sammler und sicher auch Künstler zu treffen. Einige Gesellschaften organisieren auch den Verkauf oder Auktionen von Exlibris, eine Möglichkeit parallel zum Wissens- und Erfahrungszuwachs in Ihrem Hobby auch Ihre Sammlung zu vergrößern.

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Kann ich irgendeiner Gesellschaft beitreten oder nur der meines Landes?

Nun… es gibt Sammelgesellschaften nicht in vielen Ländern, und ich kenne eine Reihe von Sammlern, die nicht Mitglied ihrer nationalen Gesellschaft sind...und einige Länder wie Finnland haben zwei Gesellschaften!

Wenn Sie Mitglied der Bookplate Society in London sind, werden Sie vielen Mitgliedern begegnen, sie von alten britischen Exlibris fasziniert sind, aber nur sehr wenige, die sich z. B. für zeitgenössische slowakische oder erotische interessieren. Fragen Sie herum, und Sie werden schnell herausfinden, wo ihre Seelenfreunde sich verbergen. Wenn zeitgenössische Exlibris Ihre Phantasie beflügeln, wird Graphia interessanter Lesestoff sein… und als Mitglied der deutschen, niederländischen und schweizerischen Gesellschaften werden Sie vielleicht die besten Sammler zeitgenössische Blätter treffen.

Wenn Sie diese Website gefunden haben und diesen Text lesen, heißt das, dass sie Zugang zum Internet haben, und ich würde vorschlagen, dass Sie einige Stunden damit verbringen, die verschiedenen Gesellschaften und Künstler zu besuchen, deren Links Sie auf unserer Link-Seite finden. Wenn Sie die Websites anschauen, werden Sie schnell ein Gespür dafür bekommen, welche Gesellschaften Ihre Interessen wahrscheinlich zufrieden stellen.

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Soll ich ein Exlibris in Auftrag geben?

Wenn Ihr Interesse exklusiv auf das Erforschen alter Exlibris beschränkt ist, dann erscheint ein Exlibrisauftrag nicht als eine Priorität – obwohl es natürlich Spaß macht eines auf seinen Namen in den Büchern seiner Bibliothek zu haben. Das Interesse der meisten Menschen an Buchzeichen kommt von einem Interesse an Büchern, so dass der Auftrag für ein Buchzeichen als folgerichtiger Schritt erscheint.

Für Personen, die eine Sammlung alter Exlibris aufbauen wollen, ist ein eigenes Exlibris von geringem Nutzen, da man ihnen das ihre im Austausch dagegen überlassen wird. Es wäre in diesem Fall also weise, Material von Personen zu kaufen, die alte Exlibris verkaufen, oder zu versuchen, Sammlungen zu kaufen. Dann könnte man Dubletten tauschen, obwohl man keine Scharen von Sammlern findet, mit denen man das tun kann.

Heute sammeln viele Sammler, auch wenn sie vor allem alte Sammeln, auch zeitgenössische. Exlibris der 1920er Jahre durchliefen – vor allem in Deutschland – eine Phase, wo sie Höhen des Luxus erreichten und eher als Kleingraphiken denn als Exlibris gesammelt wurden; dasselbe kann man auch von den letzten dreißig Jahren sagen. Natürlich haben bedeutende und berühmte Künstler aller Zeiten gelegentlich großartige Exlibris gemacht, aber heutzutage scheinen die technische und künstlerische Qualität den früheren Reiz eines Exlibris zu überwiegen: die Interessen des Eigners, die Geschichte dahinter und die Art, in der der Künstler das Blatt personalisierte. Daher werden Exlibris heute oft vom Künstler signiert in limitierten Auflagen gedruckt und die Sammler tendieren dazu, den gleichen Typ Exlibris zu tauschen. Das bedeutet, wenn Sie eine Sammlung von Luxusblättern aufbauen wollen, sollten Sie eine Auflage solcher Blätter in Auftrag geben, um mit Personen, die Exlibris gleicher Qualität haben, tauschen zu können.

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Welchen Künstler soll ich wählen? Wie teuer wird es sein?

Die Möglichkeiten sind endlos! Der italienische Sammler Gianni Mantero war bekannt dafür, mehr als 1.500 Exlibris auf seinen Namen zu haben, und sicher gibt es heute einige, die mehrere Hundert haben.

Vielleicht ist der beste Zugang ein Blick in die Kataloge von Exlibris Ausstellungen, um zu entscheiden, was man vom künstlerischen Standpunkt aus mag. Viele Gesellschaften und Publikationen wie Graphia oder das Künstlerlexikon der Deutschen Exlibris Gesellschaft enthalten Künstlerverzeichnisse mit deren Adressen, und man kann ihnen schreiben, erklären, was man gern hätte, und nach dem Preis fragen. Statt zu schreiben, kann es auch eine gute Idee sein, einen Künstler zu besuchen oder ihn bei einem der Kongresse einer Gesellschaft oder von FISAE zu treffen. Es scheint, dass Künstler irgendwie dazu tendieren, bessere Exlibris zu machen, wenn sie den ‘Kunden’ persönlich getroffen und einige Zeit mit ihm oder ihr über Motiv, Größe, Auflagenhöhe etc. gesprochen haben.

Gewöhnlich kostet eine Auflage von 50 to 100 Exlibris bei einem ziemlich erfahrenen Künstler zwischen 300 bis 1000 EUR, wobei verschiedene Faktoren eine Rolle spielen: die technische Komplexität (mehrere Platten, Farbe, etc.), on der Auftraggeber die Platte erhält oder sie beim Künstler verbleibt, etc. Wichtig ist, dass man von Beginn an den Preis kennt, um keine Überraschungen zu erleben. Auch sollte der Künstler angeben, wie viele Künstlerprobedrucke er neben der Auflage Ihres Exlibris plant, die er verkaufen kann.

Wenn Ihr Interesse weniger auf Luxusblätter gerichtet ist und Sie eine normale Auflage sowohl , um sie in Bücher zu kleben, als auch zum Tausch wollen, wählen Sie einen Künstler, wählen Sie einen Künstler, der Hochdruck- oder Flachdrucktechniken verwendet, eher als Metallstiche oder Tiefdruckverfahren. Es ist schwierig große Zahlen von Metallplatten zu drucken, während Holzstiche leicht 500.000 Abzüge ergeben, ehe ein Verschleiß zu bemerken ist! Wenn sie jedoch eine Schwäche für Metallstiche haben, eine Lösung ist auch, eine Auflage Handabzüge zu erhalten und dann eine größere, industriell gefertigte (z.B. durch Offset-Lithographie). In vielen Fällen wird der Holzstecher seinen Entwurf und den gestochenen Holzblock berechnen, die Auflage muss dann durch einen Drucker gefertigt werden.

Trotz der Kosten bleibt das Sammeln von Exlibris relativ preiswert, wenn man es mit Briefmarken- oder Münzsammlungen vergleicht...

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Wie unterscheiden sich die Kongresse der Gesellschaften von denen der FISAE?

Kongresse von Gesellschaften sind in der Regel kürzer als die der FISAE und dauern nicht mehr als zwei Tage. Außer den deutschen und vielleicht den tschechischen Kongressen mit zahlreichen Teilnehmern sind sie viel kleiner und familiärer, ideal, um den erfahreneren Sammlern Fragen zu stellen und um sich mit den Tauschabläufen vertraut zu machen. Außerdem gibt es weniger Sprachprobleme. FISAE Kongresse sind seltener (alle zwei Jahre), und angesichts der geographischen Orte der Tagungen, die jedes Mal wechseln, ist es schwer, ohne eine Pause teilzunehmen. Aber sie bieten zahlreichere Kontaktmöglichkeiten, eine breite Palette von interessanten Ausstellungen und insgesamt eine interessante Zeit für alle.

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Wann kann ich mich zum nächsten Kongress anmelden?

Der nächste Kongress wird vom 23. bis 27. August 2006 in Nyon, Schweiz, stattfinden. Jeder ist eingeladen, sich ab jetzt bis zum 1. Juni 2006 für den Kongress und die optionalen Ausflüge anzumelden. Falls die Bezahlung für die Teilnahme und die Ausflüge bis dann nicht eingegangen sind, wird die Anmeldung gestrichen. Personen, die sich nach diesem Datum noch anmelden, können dies tun, solange die Teilnehmerquote, die den Räumlichkeiten entspricht, noch nicht erschöpft ist. Vielleicht stehen ihnen dann nicht alle Programmelemente (Publikationen, Transport, Abschlussbankett, etc.) zur Verfügung.

 

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